Auszug aus der Rassebeschreibung des Schweizerischen Schafzuchtverbandes:
Walliser Schwarznasenschaf SN
1 Ursprung
Die Rasse der Schwarznasen wird im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt. Ihre über Jahrhunderte erworbenen Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit an das raue Gebirgsklima, Futterverwertung, Fruchtbarkeit, Genügsamkeit und Standorttreue machen diese Rasse einzigartig.
2 Kurzporträt
Das Walliser Schwarznasenschaf ist ein grossrahmiges, widerstandsfähiges, genügsames, harmonisches Gebirgsschaf mit starkem Fundament. Die Behornung, die markanten Farbmerkmale an Kopf und Beinen sowie die lange Wolle zeichnen das Tier als ausdruckstark und einzigartig aus. Zu erwähnen ist die Empfindlichkeit auf hohe Temperaturen, die während der Sommermonate einen grossen Einfluss auf das Weideverhalten und die Nahrungsaufnahme hat. Mit der Asaisonalität, den guten Muttereigenschaften und der Fleischleistung hat sich das Schwarznasenschaf mittlerweile in vielen europäischen Ländern beliebt gemacht.
3 Wesen
Das Walliser Schwarznasenschaf hat eine ruhige Wesensart. Die Futteraufnahme erfolgt bei natürlichem Weidegang morgens ab Dämmerung bis Sonnenaufgang und abends nach Sonnenuntergang bis in die Nacht.
4 Reproduktion
4.1 Ablammung
Die Ablammung erfolgt asaisonal, vornehmlich im Herbst und Winter sowie im Frühjahr. Die Erstablammung soll mit 18 Monaten erfolgen.
4.2 Fruchtbarkeit Auen
- 1,6 Lämmer pro Muttertier und Jahr
5 Exterieur
5.1 Typ
Grossrahmiges Schaf mit harmonischem Körper, mittelfleischig, mit gutem Wuchs und markanten Farbmerkmalen.
5.1.1 Farbmerkmale
Nase bis zur Kopfmitte schwarz; schwarze Augenumrandung, beidseitig verbunden mit der Nasenfärbung; schwarze Ohren; schwarze, waagrechte Fesselfärbung; gleichmässige schwarze Flecken auf den Sprunggelenkhöckern und auf den Knien; bei weiblichen Tieren ist ein schwarzer Schwanzfleck erwünscht, dieser muss jedoch unterbrochen sein; bei männlichen Tieren wird kein Schwanzfleck toleriert.
5.1.2 Kopf und Hals
- Kurzer, angezogener Kopf, breites Maul, breite Stirn und Ramsnase
- Ohren mittellang
- Zahnstellung auf- oder anliegend
- Ausgeprägte Kopfform bei männlichen Tieren
- Kurzer, gut bemuskelter Hals
5.1.3 Hörner
- Männliche Tiere: In grossen Spiralen geschwungene Hörner; von den Backen gut abgesetzt
- Weibliche Tiere: Spiralförmig, von den Backen gut abgesetzt; waagrecht oder geschwungen
- Vereinzelt schwarze Streifen im Horn sind geduldet
5.1.4 Brust Schulter
- Brust breit, tief gebaut mit guter Rippenwölbung
- Schulter anliegend
5.1.5 Widerrist
- Richtwert für ausgewachsene Tiere: 72 – 78 cm 75 – 85 cm Widerrist breit und geschlossen
5.1.6 Rücken, Becken, Lende, Keule
- Gerade Oberlinie, Rücken breit
- Lende breit und gut bemuskelt
- Gute Flankentiefe
- Becken mittellang und breit
- Keule gut bemuskelt
5.1.7 Gewicht
- Richtwert für ausgewachsene Tiere: 70 – 90 kg 80 – 120 kg
5.2 Fundament
5.2.1 Gliedmassen
- Fester Knochenbau
- Kräftig, gut gestellt und gleichmässig bewollt
5.2.2 Stellung/ Stand
- Hinterbeine korrekt gestellt; nicht kuhhessig oder o-beinig
- Vorderbeine breiter Stand und nicht x-beinig
- Mittlere Sprunggelenkwinkelung
- Kurze und kräftige Fesseln
5.2.3 Gang
- Geräumig (nicht schwankend)
- Trittsicher
- Breitbeinig
5.3 Wolle
5.3.1 Bewollung / Vlies / Dichte
- Vliesbegrenzung untere Linie: Ellbogen- und Eutergelenk; obere Linie: Ohren- und Nackenlinie (inkl. Schwanz)
- Ausgeglichene, natürliche Bewollung (Flor) am ganzen Körper
- Vlies einheitlich weiss und ausgeglichen
- Am Hals werden bei weiblichen und über 18 Monate alten männlichen Tieren vereinzelt schwarze Wollhaare toleriert
- Stapellänge über 10 cm in 180 Tagen
- Feinheit: F 5–4